Ein spezialisierter Elektronikbetrieb aus Warin hat die Unternehmensnachfolge erfolgreich geregelt. Nach über 25 Jahren, in denen Firmengründer Bernd Ickert das Unternehmen leitete, wurde es Anfang 2025 von Dr.-Ing. Christoph Schmidt übernommen. Die Übergabe war langfristig vorbereitet und erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Nachfolgezentrale MV.
Der Firmengründer begann mehrere Jahre vor der geplanten Übergabe mit der Suche nach einer geeigneten Nachfolge. Ziel war es, den Fortbestand des Unternehmens nicht dem Zufall zu überlassen, sondern strukturiert vorzubereiten. Hierbei unterstützte die Nachfolgezentrale MV. Im Laufe des Matching- und Vermittlungsprozesses wurden mehrere Interessenten vorgeschlagen. Neben fachlichen Qualifikationen spielte vor allem die persönliche Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. „Gespräche, gemeinsame Arbeit und ein längeres Kennenlernen halfen dabei, Vertrauen aufzubauen und einzuschätzen, ob der künftige Inhaber fachlich und persönlich geeignet ist“, betont Ickert. Ebenso entscheidend ist, sich steuerlich und betriebswirtschaftlich beraten zu lassen sowie bereit zu sein, Verantwortung abzugeben.
Der Nachfolger bringt einen vielfältigen beruflichen Hintergrund mit. Nach einem Informatikstudium arbeitete Schmidt bei einem Luftfahrtunternehmen und war später als IT-Spezialist bei der Landespolizei tätig. Anschließend wechselte er an die Universität Rostock, um zu promovieren. In dieser Zeit reifte der Entschluss, sich unternehmerisch zu engagieren und einen bestehenden Betrieb zu übernehmen. Die Registrierung bei der Nachfolgezentrale MV markierte den Beginn des Übernahmeprozesses. Nachdem er mehrere Unternehmen kennenlernte, fiel die Entscheidung auf den Elektronikbetrieb in Warin. Ausschlaggebend war die Kombination aus Elektronik und Informatik, die Unternehmensgröße sowie das eingespielte Team. Ende 2023 nahm Schmidt dort seine Tätigkeit auf. Diese Phase ermöglichte Einblicke in Abläufe, Kundenbeziehungen und wirtschaftliche Strukturen. Im Mai 2025 wurde der Übernahmevertrag abgeschlossen. Rückwirkend zum 1. Januar 2025 übernahm Schmidt die Leitung und gründete für den Fortbestand die Ambatec Elektronik GmbH.
Im Unternehmen arbeiten derzeit fünf Beschäftigte, unter anderem mit polnischem und indischem Hintergrund. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung: sichere Arbeitsplätze, Identifikation mit dem Unternehmen und der Region sowie langfristige Perspektiven am Standort im ländlichen Raum. „Wir wollen die hohe technische Expertise weiter ausbauen und gleichzeitig zeigen, dass wir als kleines und mittelständisches Unternehmen ein verlässlicher und fairer Partner für unsere Kunden sind.“, so der neue Inhaber. Dazu gehört auch die Prüfung weiterer Wachstumsoptionen innerhalb der Branche sowie der kürzlich abgeschlossene Umzug an einen neuen Standort innerhalb Warins. „Im Übernahmeprozess springen oft Kunden ab. Bei uns ist ein bedeutender Kunde nach Asien abgewandert. Ein Trend, der aktuell viele Unternehmen bewegt. Wir sehen darin die Aufgabe, die Elektronikentwicklung und -produktion hier vor Ort attraktiver zu machen, z.B. durch gute Qualität, Kundennähe und strategische Kooperationen. So wollen wir die Kundenbasis verbreitern und neue Aufträge erschließen“, fügt Schmidt hinzu.
Die Ambatec Elektronik entwickelt und fertigt mikroprozessorgesteuerte elektronische Steuerungen. Sie konzipiert individuelle Lösungen, produziert und programmiert Platinen und setzt Spezialanfertigungen für die Gebäudeautomation, Steuerungs- und Überwachungssysteme von Türanlagen und andere Systeme um. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen eigene Produkte, wie beispielsweise ein innovatives Sensor-Aktor-System, mit dem es Geräte und Industrieanlagen vernetzt und zentral überwacht. Ein aktuelles Projekt ist die Entwicklung eines Wettkampfsystems für die freiwilligen Feuerwehren. Hiermit werden die Wettkämpfe gesteuert, die Wettkampfzeiten erfasst und angezeigt.
Foto: Ambatec Elektronik