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Torsten Schäfer, Regina Knöpfel und Doris Gustav

Vius Planer-gemeinschaft

Erfolgreiche Nachfolgeregelung

Im April 2026 hat die Vius Planergemeinschaft GmbH & Co. KG im Rahmen einer Unternehmensnachfolge die Ingenieurbüro Schmidt & Partner GmbH unter der Führung von Regina Knöpfel und Doris Gustav in Stralsund übernommen. Mit der Übernahme sichert Vius nicht nur den Fortbestand des seit 1991 bestehenden Ingenieurbüros, sondern erweitert gleichzeitig seine Präsenz in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Nachfolgezentrale MV hat den Nachfolgeprozess vertraulich und zielgerichtet begleitet. „Durch das passgenaue Matching in unserer Datenbank konnten die Beteiligten in Kontakt gebracht und eine entsprechende Unternehmensnachfolge realisiert werden“, erzählt Barbara Steinbrückner, Koordinatorin bei der Nachfolgezentrale MV.

Die Geschäftsführung des Büros in Stralsund übernimmt Torsten Schäfer. Das erfahrene Team sowie die bisherigen Ansprechpartner bleiben dem Unternehmen erhalten und gewährleisten Kontinuität für Kunden und Projekte. Durch die Zusammenführung der Kompetenzen profitieren öffentliche Bauverwaltungen und Projektentwickler künftig von einem noch breiteren Leistungsspektrum. Von Straßen- und Siedlungswasserwirtschaft über Landschafts- und Stadtplanung bis hin zur Bauleitung und weiteren Ingenieurdienstleistungen.

Die Nachfolgezentrale MV hat den neuen Inhaber Torsten Schäfer und die Übergeberinnen Regina Knöpfel und Doris Gustav interviewt:

Wann haben Sie mit der Planung Ihrer Nachfolger begonnen? Gab es einen Moment, der für Sie das Startsignal war?

Regina Knöpfel und Doris Gustav: Wir haben am 13. November 2019 an einer Veranstaltung der IHK zu Rostock „Von Generation zu Generation – wie regele ich meine Nachfolge?“ teilgenommen. Uns wurde klar, dass die Nachfolgeregelung mehrere Jahre Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen würde und sind dann an diesem Thema drangeblieben.

Woran haben Sie gemerkt, dass Sie gern selbstständig sein möchten? 

Torsten Schäfer: Mein Vater war selbstständig und so habe ich die Vorzüge wie Nachteile früh mitbekommen. Die ersten beruflichen Schritte als Angestellter haben mir gezeigt, dass die persönliche Freiheit und die eigene Verantwortung für den persönlichen Erfolg eines Unternehmers mir mehr liegen. Ich bin gelernter Bauingenieur und als solcher für eine selbstständige Tätigkeit als Planer grundsätzlich fachlich geeignet – vorbehaltlich wirtschaftlicher Kenntnisse natürlich, die es selber zu lernen galt. Mit dieser Basis habe ich mich 2007 erst als Bauingenieur selbstständig gemacht und Anfang 2009 habe ich ein erstes, bestehendes Ingenieurbüro per Nachfolge übernommen. Es folgten weitere, jetzt zuletzt das Ingenieurbüro Schmidt & Partner.

Welches waren die größten Herausforderungen bei der Nachfolgeplanung und im Prozess?

Regina Knöpfel und Doris Gustav: Wir haben schnell gemerkt, dass wir die Verhandlungen mit einem potentiellen Nachfolger aus fachlichen und aus zeitlichen Gründen nicht alleine führen wollten und konnten. Wir haben uns Hilfe von einem Unternehmensberater geholt, der als unabhängiger Berater den Prozess begleitet hat.

Torsten Schäfer: Die größte Herausforderung ist in der Regel die Finanzierung, gerade auch wegen der Vorfinanzierung zwischen Leistungserbringung und Honorar bei Werkleistungen. Hier war es der Teilaspekt Kaufpreis - allerdings nicht der Höhe wegen, sondern der Ermittlung des Kaufpreises infolge des Jahresabschlusses. Dieser Ansatz ist transparenter als ein Festpreis, da es den Wert zu einem Stichtag ermittelt – allerdings erst danach. Die Herausforderungen auf dem Weg konnten erfolgreich gelöst werden. Der Einsatz hat sich am Ende gelohnt.


Waren Sie sich schnell sicher, dass Sie den passenden Nachfolger/das passende Unternehmen gefunden haben?

Regina Knöpfel und Doris Gustav: Schon beim ersten Kennenlernen stimmte die Chemie zwischen uns, wir hatten ähnliche Ansichten und unsere Ziele stimmten weitgehend überein.

Torsten Schäfer: Beim ersten Termin mit den Gesellschafterinnen hat sich gezeigt, dass wir in vielerlei Hinsicht gleich die gleichen Vorstellungen haben. Dies hat ein gutes Gefühl gegeben, zumal fachlich und räumlich es sehr gut gepasst hat.

Wie lange hat der Prozess gedauert? 

Regina Knöpfel und Doris Gustav: „Vom ersten Kennenlernen am 14. September 2023 bis zum Notartermin hat es ca. zweieinhalb Jahre gedauert. Es wäre vielleicht auch schneller gegangen, aber das Ziel war eine Übergabe zum Ende des Jahres 2025.

Gibt es einen Rat, den Sie für Interessenten haben, die diesen Weg noch antreten möchten? 

Regina Knöpfel und Doris Gustav: Da man in der Regel eine Unternehmensnachfolge nur einmal durchführt, sollte man sich professionelle Hilfe holen, um auf gleicher Augenhöhe mit dem Nachfolger verhandeln zu können. Weiterhin sollte man authentisch und kompromissbereit sein. Für sehr wichtig halten wir auch die zeitnahe Einbeziehung aller Mitarbeitenden.

Torsten Schäfer: Es lohnt sich! Um zum Erfolg zu kommen, empfehle ich, Berater gut auszusuchen. Das „Wie?“ muss denen wichtiger sein als das „Wie viel?“. Ich danke der Nachfolgezentrale MV für die Herstellung des Kontaktes und der Erstberatung der Veräußerer.

Was sind Ihre Ziele und welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft? 

Torsten Schäfer: Wir sind als Firma nun am Standort Stralsund - nach vielen Jahren als Neuanbieter - durch die Nachfolge auf einen Schlag angekommen. Es gilt diese Position zu festigen und dafür ist eine personelle Verstärkung unabdingbar, da die Gesellschafterinnen in wenigen Jahren in den wirklichen Ruhestand gehen. Angesichts des Fachkräftemangels und der generellen Entwicklung der Wirtschaft ist die Zukunft eine Herausforderung, deren Erfolg noch offen ist.

Worauf freuen Sie sich jetzt nach Ihrer Zeit als selbstständiger Unternehmer am meisten? 

Regina Knöpfel und Doris Gustav: Nicht mehr so viel Verantwortung tragen zu müssen, ist der größte Vorteil für uns. Wir können in unserem gewohnten Umfeld als Angestellte weiterarbeiten und uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren.

Foto: Nachfolger Torsten Schäfer mit den Übergeberinnen Regina Knöpfel und Doris Gustav (Vius Planergemeinschaft)