Größter Kostümverleih aus MV „Klamöttchen“ steht unter neuer Führung
Erfolgreiche Nachfolgeregelung: Kostümverleih Klamöttchen
Bildunterschrift: Adina Flohr und Katrin Roggatz. (Bild: Adina Flohr)
Seit dem 1. Januar 2026 ist Adina Flohr die neue Inhaberin des Kostümverleihs „Klamöttchen“ aus Rostock. Der Kostümverleih fasst mittlerweile über 3.000 Kostüme aus den verschiedensten Epochen, Karneval und Mottopartys, aber auch Anzüge und Abendkleider für festliche Anlässe. Seit über 30 Jahren betreibt Katrin Roggatz den Kostümverleih „Klamöttchen“. Die Räumlichkeiten in Rostock-Gehlsdorf laden zu Kindergeburtstagen, Junggesellenabschiede und Fotoshootings mit verschiedenen Kulissen ein.
„Da ein Kostümverleih sicher ein Ausnahme-Unternehmen ist und kaum jemand speziell nach dieser Art Firma suchen wird, dachte ich mir, dass ein guter zeitlicher Vorlauf für die Nachfolgesuche vielleicht gar nicht schlecht ist“, beschreibt Katrin Roggatz, Gründerin von „Klamöttchen“ und registrierte sich im Februar 2024 bei der Nachfolgezentrale MV. Bei der Nachfolgeplanung ergab sich für Frau Roggatz eine unerwartete gesundheitliche Herausforderung, die für sie einen langen Behandlungsweg bedeutete. Währenddessen konnte ihr Mann weiter im Kostümverleih arbeiten. „Dann war es natürlich ein Segen, dass wir mit unserer Nachfolgeplanung schon begonnen hatten. Nach diversen Gesprächen und Überlegungen haben wir entschieden, den Verkauf unserer Firma nun schon ein Jahr vorzuziehen und nicht, wie geplant, bis Ende Dezember 2026 zu warten“, fügt Katrin Roggatz hinzu.
Schon kurz nach der Auftragserteilung im November konnte die Nachfolgezentrale MV im Februar 2025 eine erste interessierte Unternehmerin vorschlagen. „Das verblüffte und freute uns sehr, mit so einer schnellen Reaktion hatten wir nicht gerechnet. Schnell haben wir mit unserer Interessentin Adina Flohr direkt per Mail Kontakt aufgenommen und einen Kennenlerntermin in unserem Geschäft vereinbart“, berichtet die Übergeberin. Die Wochen danach fanden diverse Gespräche, Vor-Ort-Besichtigungen, Gespräche mit den Steuerberatern und der Austausch von geschäftlichen Unterlagen statt. Nach der Kreditzusage an Frau Flohr wurde die gemeinsame Vertragsgrundlage unterzeichnet. „Das war im Juli 2025, also nur knapp ein halbes Jahr später“, erinnern sich die Unternehmerinnen.
Adina Flohr kommt aus einer anderen Branche und ist Fotografin, aber Frau Roggatz fand, dass dies eine hervorragende Ergänzung zu ihren bisherigen Tätigkeiten im Kostümverleih sei. Auch dort führt das Unternehmen neben dem normalen Verleihgeschäft viele Events durch, wie Kindergeburtstage, Mädelsabende und Junggesellenabschiede, auf denen sich natürlich viel verkleidet, aber auch viel fotografiert wird. Beate Somschor, Koordinatorin bei der vMV erklärt: „Unternehmensnachfolge bedeutet heute weit mehr als die bloße Weitergabe eines Betriebs. Sie bietet die Chance, bestehende Strukturen zu stärken, neue Geschäftsfelder zu erschließen und nachhaltiges Wachstum über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg zu gestalten.“
Da Frau Flohr in ihrer Arbeit breit aufgestellt ist, konnte sie sich vorstellen, beides miteinander zu verbinden. „Ich habe einige Stationen in meiner beruflichen Laufbahn mitgenommen. Neben Aus- und Fortbildungen im kaufmännischen und im Personalbereich, habe ich auch ein Studium im Fotodesign erfolgreich abgeschlossen. Während dieser Zeit merkte ich, dass die Selbstständigkeit für mich eine ideale Form ist, um erfüllt zu arbeiten. Ich liebe das freie Arbeiten ohne strenge Vorgaben“, erklärt sie.
Für Frau Flohr hatte die Unternehmensnachfolge den Vorteil, dass das Unternehmen bereits bekannt ist. Die schwierigen Schritte der Sichtbarkeit in den ersten Jahren waren somit bereits erledigt. Nun gilt es, die bestehenden Beziehungen zu pflegen und zu stärken. Ihr größtes Ziel: „Klamöttchen“ digitaler gestalten. Auch wenn der Wettbewerb mit preisgünstigen Anbietern aus Fernost eine Herausforderung darstellt, sieht Frau Flohr darin die Chance, durch Nachhaltigkeit und Qualität einen echten Mehrwert in der Region zu bieten. „Ich führe einen eigenen Fotobereich ein, in dem ich, untermalt von passender Musik und stilvollen Kostümen, verschiedene Epochen lebendig werden lasse und in einzigartigen Fotoshootings festhalte“, fügt Frau Flohr hinzu.
Katrin Roggatz gibt weiteren Unternehmerinnen und Unternehmern, die kurz vor dem Generationenwechsel stehen, folgenden Rat: „Fangt langfristig an, darüber nachzudenken und eure Nachfolge zu planen. Umso mehr Spielraum habt ihr auch den passenden Interessenten mit dem entsprechenden finanziellen Hintergrund zu finden. Es bricht einem doch das Herz, wenn man ein gesundes Unternehmen, das einen jahrelang ernährt hat und immer schwarze Zahlen geschrieben hat, einfach so liquidieren muss.“

